Informationen zur Berichterstattung über die Arbeit eines Kinderpsychiaters, der auch Klienten in unserer Einrichtung betreut hat:

Die in den Medien erhobenen schwerwiegenden Vorwürfe gegen einen Kinderpsychiater, der auch Klienten in unserer Einrichtung betreut hat, beunruhigen auch uns sehr. Wir hoffen hier auf eine rasche und gründliche Aufklärung, für die nun vor allem die Ermittlungsbehörden, Krankenkassen und Gerichte zuständig sind. Wo wir können, werden wir diesen Prozess nach Kräften unterstützen. Wir begrüßen es sehr, dass durch diese Berichterstattung die öffentliche Aufmerksamkeit auf die psychiatrische Versorgung für Kinder- und Jugendliche, sowie die Medikation in der Kinder- und Jugendhilfe, gelenkt wird. 


Die HPW ist eine heilpädagogisch und lösungsorientiert arbeitende Einrichtung, die Kinder und Jugendliche aufnimmt, die meist im Vorfeld bereits in kinderpsychiatrischer Behandlung waren und häufig bereits medikamentös eingestellt sind. Bei Aufnahme klären wir in der Regel die Einholung einer Diagnostik für das jeweilige Kind und/oder eine weiterführende fachärztliche Betreuung mit Zustimmung der Personensorgeberechtigten. Hierbei haben wir, durch die Möglichkeit einer kurzfristigen Terminvergabe und schnelle Anbindung, in der Vergangenheit die entsprechende Praxis empfohlen. Die letztliche Wahl des Arztes erfolgte dabei jedoch, wie durch das Sorgerecht vorgesehen, durch die Sorgeberechtigten der Klient*innen, da die Einrichtungen hier nur beratend tätig sein können. Anschließend wird mit allen Beteiligten das weitere Vorgehen besprochen und abgestimmt. Alle sechs Monate werden im Hilfeplangespräch mit den Kindern, allen Helfern, Eltern und Vormündern die Verfahren reflektiert und ausgewertet, sowie das weitere Vorgehen besprochen. Ohne diesen offenen Austausch und die Beteiligung und Zustimmung aller Verantwortlichen, wurde und wird bei uns keine ärztliche Behandlung durchgeführt. Wurde die Zusammenarbeit mit dem entsprechendem Kinder- und Jugendpsychiater abgelehnt, fand z.B. eine Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten statt. Wir befinden uns nun mit allen uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen sowie deren Sorgeberechtigten in einem sehr aufmerksamen Austausch, um die weitere psychiatrische Behandlung zu planen. Dabei haben wir allen Sorgerechtsinhabern empfohlen, eine zweite fachärztliche Meinung einzuholen. Zudem haben wir alle vereinbarten Termine in der Praxis des in der Kritik stehenden Facharztes, die für die in der HPW lebenden Kinder und Jugendlichen anstanden, abgesagt. Es finden für und mit jedem Kind Gespräche mit allen Beteiligten statt, sowie ein gemeinsames Gespräch von allen betroffenen Familien und Vormündern, zu dem wir einen externen Supervisor eingeladen haben.

Dierdorf, Oktober 2021